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Das akustische und optische Feuerwerk starten die St. Galler nach einem langen Intro von Bit-Tuner alias Marcel Gschwend. An seinem improvisierten Mischpult auf einem Campingtisch heizt er dem gut gelaunten Publikum schon mal mächtig ein. Seine Takte lassen die ersten Tanzeinlagen zu und die Bässe gehen durch Mark und Bein.

Was folgt, ist die fantastische und energiegeladene Show von Bubble Beatz: Anderthalb Stunden dreschen Christian Gschwend und Kay Rauber auf ihre "trashmachine", verausgaben sich total und geben mit jeder Faser ihres Körpers den Beat und Groove ans volle "Haus" weiter. Mit gelben Bauhelmen und dicken Handschuhen bewappnet entledigen sie sich bald ihrer weissen Overalls und schwitzen in ihren ärmellosen T-Shirts, während sie synchron und mit vollster Hingabe mit Schlagstöcken die blauen Müllfässer bearbeiten. Sie entlocken ihrer ganzen Müllhalde die unkonventionellsten Töne und führen die Besucher in aussergewöhnliche Klangwelten. Ihr Sammelsurium reicht von Pfannen über Benzinfässer und Strassentafeln bis hin zu Autoblechen, Milchkannendeckel und Plastikrohren.

Was erstaunt, ist vor allem die Harmonie der beiden Percussionisten. Wie aus einem Guss erscheint ihr Sound, und ihre Bewegungen ergänzen sich vortrefflich. Die Begleitung durch den Bassisten Marcel Gschwend macht die Session noch lebendiger und lässt das Volk, wenigstens in den vorderen Reihen, völlig abtanzen. Es ist schwierig, sich dem Rhythmus zu entziehen, und auch zu hinterst im Innenhof des Museums ist so etwas wie Mitwippen zu erkennen. Die sprühenden Funken, welche Kay seinem Seitenschneider entlockt, bilden zugleich das Highlight der Show als auch deren Abschluss.

Der Applaus zwischen den einzelnen Stücken und am Schluss ist frenetisch, und nach zwei Zugaben folgt ein dritter zusätzlicher Auftritt. Er zeigt uns endgültig, welches Improvisationstalent in den beiden Jungs steckt. Scheinbar aus dem Nichts entstehen Töne, ihrem Einfallsreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt: Der Helm, die Mundhöhle, der Reissverschluss ihrer Hosen oder gar Kay`s Rücken müssen als instrumentale Werkzeuge herhalten. Bubble Beatz kehren nach ihrem endgültigen Abgang zusammen mit Bit-Tuner nochmals auf die Bühne zurück – mit einer Schachtel CD unter dem Arm… Die Trashpercussion-Künstler hinterlassen ein begeistertes Publikum – welch wunderbarer Sommerabend, welch spezielle Atmosphäre, welch elektrisierende Live-Performance!

Nach diesem siebten Spektakel entpuppt sich das Kulturfestival zu einem allabendlichen Treffpunkt mit einem überaus abwechslungsreichen Schaffen der verschiedensten Künstler. Die bisherigen Darbietungen auf der kleinen Bühne mit der durchsichtigen Kuppel zeigen, dass ein solcher Anlass in einer Stadt wie St. Gallen durchaus sein Publikum zu mobilisieren weiss…

Trix Müller, www.redus.ch

http://www.bubblebeatz.ch
http://myspace.com/bubblebeatz

 

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