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fuckhead
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Didi Bruckmayr braucht man in Österreich wohl nicht mehr vorzustellen, seit vielen Jahren ist er aus der Musikwelt des Landes nicht mehr wegzudenken. Als exzessiver Frontmann von Bands wie Fuckhead und Wipeout machte er vor allem mit provokativen und performativen B�hneshows � von Japan bis Moskau - von sich reden. Dr.rer.soc.oec. Bruckmayr als Vortragender und Schauspieler am Burgtheater, Stimm-Akrobat, Video-Artist, T�nzer, Multimedia-Genie und nebenbei Besitzer von traumhaft sch�nen Tattoos. Bruckmayr ist Droid und Daddy - mit massivem Wissen an elektronischer Musik, Punk und Industrial - ein schmunzelnder, verzweifelter, pathetischer, strahlender, maroder und von st�hlerner K�rperlichkeit behafteter Mensch.

Die tiefe Stimme geh�rt Dietmar 'Didi' Bruckmayr, Doktor der Handelswissenschaften. Kahler Kopf, durchtrainierter K�rper, Brille, Turnschuhe, t�towiert vom Hals bis zu den Zehen. Und nebenbei die Freundlichkeit in Person. Wie kommt man da auf den Namen Fuckhead? 'Ich komme aus einem Achtziger-Punkrock-Kontext. Als sich dann dieser kleinb�rgerliche, dogmatische Hardcore daraus entwickelt hat, hab ich die Kurve zum Industrial gemacht. So sind 1988 Fuckhead entstanden', sagt Bruckmayr. 'Der Name stammt von einem Track der englischen Industrial-Band Test Dept. Die hatten einen klaren politischen Ansatz und waren im ultralinken Eck. Das hat mich angesprochen.'

Zun�chst solo, dann mit seinem Bruder und zwei Bassisten orientiert sich Bruckmayr an Gruppen wie den Einst�rzenden Neubauten und den New Yorker L�rmrockern Swans. 'Das Konzept war gut, aber wir scheiterten an unserem technologischen Dilettantismus.' Die eigentliche Geschichte von Fuckhead beginnt im September 1991 mit dem Eintritt von J�rgen Linschinger und Michael Strohmann in die Band, beide eher aus einem Jazz-Umfeld. Gemeinsam mit Siegmar Aigner, Alexander J�chtl und Dieter Kern bieten sie ihrem Publikum ein exzessives Liveprogramm. Als 'existenzialphilosophische Schicksalsgemeinschaft von Hightech, Arsch, Peinlichkeit und Debakel' bezeichneten sie sich selbst 2001 in einem Interview mit dem Falter.

Sich gegenseitig anurinieren. Arsch herzeigen. M�nner k�ssen M�nner. K�rperkult bis zur Ekstase, vermischt mit experimentellem elektronischem Sound. Fuckhead-Shows sind nichts f�r zart Besaitete. Obwohl Bruckmayr beteuert: 'Die Hygiene der Psyche des Publikums soll erhalten bleiben. Das ist uns wichtig. Wir wollen das Publikum zwar verst�ren, aber es soll nicht zu weit gehen.'
Im Mittelpunkt der Auftritte von Fuckhead stehen K�rperlichkeit, der Mensch und die Technologie. Es geht um das Spiel mit Identit�ten und das Zerbrechen von Pers�nlichkeiten. Die Charaktere sind �berzeichnet und stilisiert. 'Es geht um unbewusste Sachen, die jeder in sich tr�gt, die sich aber fast keiner auszuleben traut. Es geht um Eskapismus, nat�rlich auch um Hedonismus und um unsere charakterlichen Defizite. Im Idealfall wird das zu einer sonderbar verst�renden Show, mit der man sich identifizieren kann oder eben nicht', sagt Bruckmayr. Spontaneit�t ist das Credo f�r jede Show. Da kann es schon einmal passieren, dass sie sich gegenseitig St�psel in den Arsch stecken und eine W�scheleine daran aufspannen oder K�rpers�fte austauschen. Dass Fuckhead sich damit nicht nur Freunde machen, ist klar. 'Einmal haben wir unserem Boxtrainer eine CD geschenkt', erinnert sich Strohmann. 'Beim n�chsten Training ist er wutentbrannt zu uns gelaufen. Die CD f�ngt nur mit einem Knacksen an, also d�rfte er lauter gedreht haben. Und dann hat es alles umgehauen.'

Ihr Geld verdienen die Fuckheads in zahlreichen Nebenberufen. Strohmann arbeitet f�r das Theaterensemble Toxic Dreams, Bruckmayr an Projekten f�r Wien Modern, das gr��te Österreichische Festival f�r zeitgen�ssische Musik. Kern kellnert, Aigner ist Sozialarbeiter und Chorist an der Wiener Staatsoper. J�chtl wiederum betreibt ein Tonstudio und werkt unter anderem als Tontechniker f�r Attwenger und die Salzburger Festspiele.

Als Homo-Combo, Rechtsradikale, st�rrische Machos und schwule Hooligans sind Fuckhead schon bezeichnet worden. 'Das �rgert', sagt Bruckmayr, der seine Dissertation �ber die 'nationalsozialistische Volkspflege in der Ostmark' verfasst hat. 'Es zeigt, dass die Leute nicht genau hinsehen und gleich alles verteufeln.'

www.datum.at

http://www.fuckhead.at

 

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